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Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz nahm den Quakbrunnen in Ottweiler in das Programm zum Tag des offenen Denkmals am 13.September 2015 auf. Dies veranlasste Hans-Joachim Hoffmann, sich mit diesem deutschlandweit einzigartigen Brunnendenkmal zu befassen. In seinen beiden Vorträgen in den Räumen des Stadtgeschichtlichen Museums in Ottweiler, Linxweilerstraße 5 stellt Hoffmann am 13. September 2015 um 10.30 und 15.00 Uhr den Saarbrücker Architekten Ludwig Nobis vor, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu den nicht unbedeutenden Architekten des Saarlandes zählte, entwarf er doch u.a. die Alte Hauptpost in Saarbrücken, die zur Zeit das Kultusministerium beherbergt, und das Rathaus in Püttlingen. Sein Tätigkeitsfeld umfasste neben der Planung öffentlicher Bauten auch die repräsentativer Villen und von Denkmalen. Alle Denkmale weisen einen Bezug zu historischen Ereignissen oder Personen auf. Diese Feststellung trifft auch auf den Quakbrunnen in Ottweiler zu. 

Seine Einweihung erfolgte im Rahmen eines Heimatfestes am 27. Mai 1934, „das sich zu einer grandiosen Treuekundgebung des Saargebietes zum deutschen Vaterlande (gestaltete).“ Damit deutet sich die Intention des Heimatfestes bereits an: Es war eine Propagandaveranstaltung der Deutschen Front, Ortsgruppe Ottweiler in Verbindung mit der Stadt Ottweiler, um für die Rückgliederung der Saar an Deutschland zu werben.

Diese Absicht schlug sich auch in der künstlerischen Gestaltung des Brunnens nieder, wobei insbesondere dem Brauch des Pfingstquak eine besondere Bedeutung zuzusprechen ist, drückt sich in seiner Betonung doch das völkische Element der NS-Ideologie aus. Hoffmann beschreibt zunächst das Brauchtum des Pfingstquaks, um aufzuzeigen, dass der NS diesen Volksbrauch als Propaganda für völkische Ideen missbrauchte.

Unter Einbeziehung weiterer politischer Denkmale – Denkmal des Infanterieregimentes Nr. 70 in Saarbrücken, Gefallenenehrenmal in Dillingen – zeigt Hoffmann auf, dass die deutschnationale Grundeinstellung von Nobis seine Inanspruchnahme durch den NS begünstigte.
Dank der Unterstützung des Landesamtes für Vermessung, Geoinformation und Landentwicklung, vermittelt durch Harald Raber, konnten die Brunnenmaße durch terrestisches Laserscanning ermittelt werden.

Neben der Deutschen Stiftung Denkmalschutz unterstützen diese Veranstaltung das Stadtgeschichtliche Museum Ottweiler und die Kreisvolkshochschule Ottweiler. Sie ermöglichten durch Subskription auch den Druck der Broschüre „Der Quakbrunnen in Ottweiler“ (DIN A 5, fadengebunden, 134 Seiten), die zum Preis von € 14.80 im Anschluss an die Veranstaltungen erworben werden kann.

Ort: Stadtgeschichtliches Museum Ottweiler Datum: 13.09.2015
Zeit: 10.30 und 15.00 Uhr