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Turnusgemäß standen in den Reihen des Vereins für das Stadtgeschichtliche Museum in Ottweiler, der das Stadtmuseum betreibt und ein abwechslungsrei- ches Ausstellungs- und Kulturangebot unterhält, die Vorstandswahlen an. Die Personalentscheidungen waren schnell getroffen. Das Amt des 1. Vorsitzenden übt Hans-Heinrich Rödle, Bürgermeister a. D., weiterhin aus; zweiter Vorsitzender bleibt Robert Gerhard. Schriftführer ist weiterhin Wolfgang Eich. Als Schatz- meister neu im Amt ist hingegen Ralf Hoffmann, der auf Armin Bettinger folgt. Zu Beisitzern wurden gewählt: Hans Joachim Bär, Dieter Bettinger, Friedel Budke, Eva Dachs, Rose Hoffmann, Ingo Klein, Volker Rath, Rolf Rischar, Claudia Schaefer, Hartmut Thömmes, Klaus Willms und Paul Gerhard Zeiger. Zu kooptierten Mitgliedern wurden Klaus Burr, Dieter Groß und Achim Wälder gewählt. Für die Prüfung der Kasse sind zuständig Armin Bettinger und Günter Heckler. Der 1. Vorsitzende dankte dem Vorstand, den Mitglie- dern, Freunden, Sponsoren und Muse- umsbesuchern für ihr Interesse an der Museumsarbeit.

 

Der ehrenamtlicher Stadtarchivar Dieter Robert Bettinger, der auch das Stadtmuseum betreut, berichtete Neues aus alten Dokumenten.

So gab es schon 1836 einen entsprechenden historischen Verein in Ottweiler, der sich der Altertumsforschung widmete. Ihn leitete über Jahrzehnte Dechant Anton Hansen, eine Persönlichkeit der katholischen Kirche, die im 19. Jahrhundert Ottweiler vielseitig prägte. Zügig kam es schon damals zu Forschungen und nachfolgend zu zahlreichen Publikationen. In den Dreißigerjahren des 20. Jahrhunderts rückte die Bedeutung der Geschichte unter der Ägide von Bürgermeister Dr. Karl Löwer erneut in den Blickpunkt. Er plante, ein Museum zu gründen und ein Kreis- und Stadtarchiv einzurichten. Jedoch blieb es bei den Planungen. Der Zweite Weltkrieg rückte näher und brach aus. An eine entsprechende Arbeit war nicht zu denken. Im Jahr 1950, dem Jahr der 400-Jahr-Feier der Stadt, regte die Landeregierung abermals die Gründung eines Vereins an.

Aber erst 47 Jahre später wurden die Gedanken zur Errichtung eines Museums in Ottweiler in die Tat umgesetzt. Der damalige Bürgermeister Hans-Heinrich Rödle, seinerzeit auch Präsident des Saarländischen Museumsverbandes, hielt es nach Besichtigung des in verschiedenen Kellern gelagerten Archivgutes für dringend geboten, einen Verein für das Stadtmuseum zu gründen und unverzüglich mit der Herrichtung eines Stadtmuseums in einem städtischen Haus in der Linxweilerstraße 5 zu beginnen.

Dort waren zuvor das Amtsgericht und später das Katasteramt untergebracht. Am 17. März 1995 lud Hans-Heinrich Rödle alle geschichtsinteressierten Bürgerinnen, Bürger und Vereine zur Gründungsversammlung des Vereins „Stadtgeschichtliches Museum Ott- weiler e.V.“ zum 29. März 1995 in den Schulungsraum des Feuerwehrgerätehauses Im Alten Weiher ein.

An diesem Tag fanden 44 Interessenten den Weg zur Vereinsgründung. Bürger- meister Rödle wurde einstimmig zum 1. Vorsitzenden gewählt. Ihm stand bis zur Vervollständigung des Vorstandes der im Mai 1995 durchgeführten Mitgliederversammlung zunächst Friedel Budke als Schriftführer zur Seite.

Im ehemaligen Amtsgericht aus dem Jahre 1881 wurde nach umfangreichen, weitgehend ehrenamtlich durchgeführten Renovierungsarbeiten, das Stadt- museum Ottweiler am 14. September 1997 mit einer ständigen Ausstellung zur Geschichte des ehemaligen Klosters Neumünster und einer Wechselausstellung „Robert Schuman-ein Europäer der ersten Stunde“ feierlich eröffnet. Inzwischen können die Vereinsmitglieder auf zahlreiche gut besuchte Aus- stellungen, Vorträge und Exkursionen zurückblicken. Der komplette Vortrag lässt sich als PDF herunterladen

Das Stadtmuseum in der Linxweilerstraße 5 ist jeden ersten Sonntag im Monat von 14:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Am 6. Mai und am 03. Juni kann dort die Ausstellung „GoArt“ besucht werden - eine Ausstellung von Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Ottweiler.

Der Eintritt für das Museums ist grundsätzlich frei. Führungen sind auf Anfrage möglich. Zum Museum gehören eine Buchdruckwerkstatt (unter gleichem Dach) und eine Museumsapotheke, in der Saarbrücker Straße 2 beheimatet. Anmeldungen sind unter Tel. 06824 4280 oder 06824 3511 möglich.

(Text: Ralf Hoffmann, Bild: Armin Bettinger)